Regelaltersgrenze in Deutschland: die vollständige Tabelle nach Geburtsjahr

Ältere Person prüft eine Mappe neben einem Kalender — Illustration

Erstellt nach unseren redaktionellen Grundsätzen.

Zuletzt anhand der amtlichen Quellen geprüft: 29. August 2026

Ausnahmen von der Tabelle: §235(2) schützt vor 1955 Geborene mit einer vor 2007 vereinbarten Altersteilzeit nach den dort genannten Bedingungen sowie Versicherte, die Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben. Für sie wird die Regelaltersgrenze nicht angehoben. Amtlicher Wortlaut. Diese Ausnahmen und die Abschlagsabgrenzung geprüft am 11. Oktober 2026.

«Das Renteneintrittsalter ist 67» stimmt für genau einen Jahrgang: ab 1964. Wer früher geboren ist, hat eine eigene Regelaltersgrenze, die in Monaten berechnet wird — und wenige Monate entscheiden über Tausende Euro.

Ihre Regelaltersgrenze berechnen

Geburtsjahr
Geburtsmonat

Die Tabelle ist wörtlich §235 Absatz 2 SGB VI entnommen. Nicht angehoben wird die Grenze für vor 1955 Geborene mit einer vor 2007 vereinbarten Altersteilzeit sowie für Bezieher von Anpassungsgeld im Bergbau — dort bleibt es bei 65.

Quelle: §235 SGB VI · §35. Die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren gilt zusätzlich.

Die Regel und ihre Fundstellen

Grundregel
§ 35: Die Regelaltersgrenze wird mit Vollendung des 67. Lebensjahres erreicht.
Vor 1947 geboren
Erreichen sie mit Vollendung des 65. Lebensjahres.
Jahrgänge 1947 bis 1963
Stufenweise Anhebung — ein Monat je Jahrgang bis 1958, danach zwei Monate je Jahrgang bis 1963.
Ab Jahrgang 1964
Volle 67 Jahre.
Zweite Voraussetzung
Erfüllung der allgemeinen Wartezeit — fünf Jahre nach § 50.
Untergrenze der Regelaltersrente
§ 235: Wer vor dem 1. Januar 1964 geboren ist, erreicht sie frühestens mit 65.

Die Regelaltersgrenze nach Geburtsjahr

Die Tabelle stammt aus dem Wortlaut des § 235:

  • Vor 1947 ⇒ 65 Jahre
  • 1947 ⇒ 65 J. 1 M. · 1948 ⇒ 65 J. 2 M. · 1949 ⇒ 65 J. 3 M. · 1950 ⇒ 65 J. 4 M.
  • 1951 ⇒ 65 J. 5 M. · 1952 ⇒ 65 J. 6 M. · 1953 ⇒ 65 J. 7 M. · 1954 ⇒ 65 J. 8 M.
  • 1955 ⇒ 65 J. 9 M. · 1956 ⇒ 65 J. 10 M. · 1957 ⇒ 65 J. 11 M. · 1958 ⇒ 66 Jahre
  • 1959 ⇒ 66 J. 2 M. · 1960 ⇒ 66 J. 4 M. · 1961 ⇒ 66 J. 6 M. · 1962 ⇒ 66 J. 8 M. · 1963 ⇒ 66 J. 10 M.
  • Ab 1964 ⇒ 67 Jahre

Der Bruch liegt bei 1958: bis dahin ein Monat je Jahrgang, danach zwei.

Das Alter allein genügt nicht

§ 35 nennt zwei Voraussetzungen: das Erreichen der Regelaltersgrenze und die Erfüllung der allgemeinen Wartezeit von fünf Jahren nach § 50.

Fünf Jahre — weniger, als viele erwarten. Wer fünf Jahre versichert gearbeitet hat, hat dem Grunde nach Anspruch.

§ 50 nennt zudem zwei Fälle, in denen die Wartezeit als erfüllt gilt: wenn bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder eine Erziehungsrente bezogen wurde, und bei Hinterbliebenenrenten, wenn der Verstorbene bis zum Tod eine Rente bezogen hat.

Längere Wartezeiten: 20 Jahre, 25 Jahre für Bergleute unter Tage und 35 Jahre für langjährig Versicherte.

Aufschieben erhöht stärker, als Vorziehen mindert

§ 77 bestimmt den Zugangsfaktor, der bei Rentenbeginn zur Regelaltersgrenze 1,0 beträgt:

  • Soweit für den jeweiligen Rentenweg ein Abschlag gilt, beträgt er 0,003 je Kalendermonat (3,6 % je Jahr). Ein Beginn vor der Regelaltersgrenze bedeutet nicht automatisch einen Abschlag; maßgeblich ist die Altersgrenze des konkreten Rentenwegs.
  • Nichtinanspruchnahme nach Erreichen der Regelaltersgrenze: 0,005 je Kalendermonat höher — 6 % je Jahr.

Die Asymmetrie ist bemerkenswert: Der Zuschlag ist je Monat höher als der Abschlag — und er wirkt lebenslang.

Für Entgeltpunkte, die bereits Grundlage einer früheren Rente waren, bleibt nach Absatz 3 der frühere Zugangsfaktor maßgebend.

So bestimmen Sie Ihren Termin

  1. Vom Geburtsjahr ausgehen, nicht von der Zahl 67Nur ab Jahrgang 1964 gilt 67.
  2. Die Monate auf den Geburtstag rechnenDie Grenze wird mit Vollendung des jeweiligen Lebensjahres erreicht.
  3. Fünf Versicherungsjahre prüfenOhne die allgemeine Wartezeit gibt es keine Regelaltersrente.
  4. Prüfen, ob die Wartezeit als erfüllt giltEtwa bei vorherigem Bezug einer Erwerbsminderungs- oder Erziehungsrente.
  5. Den konkreten Rentenweg vergleichenEin anwendbarer Abschlag beträgt 3,6 % je Jahr. Ein Aufschub über die Regelaltersgrenze bei erfüllter Wartezeit erhöht den Zugangsfaktor um 6 % je Jahr.
  6. Den Versicherungsverlauf früh anfordernDie Klärung fehlender Zeiten dauert.

⚠️ Regelaltersgrenze und frühestmöglicher Rentenbeginn unterscheiden: Die Tabelle zeigt die allgemeine Regelaltersgrenze. Andere Rentenwege haben eigene Voraussetzungen und Altersgrenzen; manche erlauben einen früheren Beginn ohne diesen Abschlag.

Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Jede Entscheidung ergeht nach Prüfung des Einzelfalls, und die Beträge richten sich nach jährlich fortgeschriebenen Verordnungen — lesen Sie Ihren Bescheid und ziehen Sie eine Sozialberatungsstelle oder eine im Sozialrecht spezialisierte Kanzlei hinzu.

Häufige Fragen

Wie hoch ist das Renteneintrittsalter?

Nach § 35 wird die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 67. Lebensjahres erreicht — das gilt ab Jahrgang 1964; frühere Jahrgänge haben nach § 235 niedrigere, monatsgenaue Grenzen.

Jahrgang 1960 — wann?

Mit Vollendung von 66 Jahren und vier Monaten.

Vor 1947 geboren — betrifft mich die Anhebung?

Nein, dann gilt die Vollendung des 65. Lebensjahres.

Wie viele Jahre brauche ich?

Die allgemeine Wartezeit beträgt fünf Jahre (§ 50).

Wie hoch ist der Abschlag bei vorzeitigem Bezug?

Soweit für Ihren Rentenweg ein vorzeitiger Bezug mit Abschlag möglich ist, beträgt dieser nach § 77 monatlich 0,003 (3,6 % je Jahr) und bleibt dauerhaft. Ein Beginn vor der Regelaltersgrenze ist nicht bei jedem Rentenweg mit einem Abschlag verbunden.

Und bei Aufschub?

Bei erfüllter Wartezeit steigt der Zugangsfaktor für jeden Monat, in dem die Altersrente nach Erreichen der Regelaltersgrenze nicht in Anspruch genommen wird, um 0,005 (6 % je Jahr).

Kann die Wartezeit als erfüllt gelten?

Ja, in den beiden in § 50 genannten Fällen.