Erstellt nach unseren redaktionellen Grundsätzen.
Gezielte Quellenprüfung:12.Oktober 2026, Ortszeit Kairo. Benannte Regeln und Werkzeuggrenzen geprüft; keine vollständige Rechtsprüfung oder individuelle Anspruchsentscheidung.
Seit 1 Juli 2026 heißt die Leistung Grundsicherungsgeld; auch Vermögens-, Unterkunfts-, Pflicht- und Sanktionsregeln wurden verändert. Hier werden Bedarfsbestandteile erklärt, keine Anspruchsentscheidung oder bloße Umbenennung.
Die drei Schichten und ihre Fundstellen
- 1 · Regelbedarf — § 20
- Monatlicher Pauschalbetrag für Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, Haushaltsenergie und persönliche Bedürfnisse.
- 2 · Unterkunft und Heizung — § 22
- In Höhe der tatsächlichen Aufwendungen, soweit angemessen — eine eigenständige Schicht.
- 3 · Mehrbedarfe — § 21
- Prozentsätze zusätzlich zum Regelbedarf: Schwangerschaft, Alleinerziehung, Behinderung, Ernährung, Schulbücher, dezentrale Warmwassererzeugung.
- Wer über die Verwendung entscheidet
- Sie selbst. Das Gesetz bestimmt ausdrücklich die eigenverantwortliche Entscheidung über die Verwendung.
- Häufig übersehen
- Der Regelbedarf umfasst die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben «in vertretbarem Umfang» — kraft Gesetzes.
Warum die Beträge unterschiedlich ausfallen
Der Regelbedarf ist keine einzelne Zahl, sondern besteht aus Regelbedarfsstufen:
- Stufe 1 — Alleinstehende, Alleinerziehende und Personen mit minderjährigem Partner.
- Stufe 2 — für jeden von zwei Partnern, wenn beide volljährig sind.
- Stufe 3 gilt für sonstige erwerbsfähige Angehörige der rechtlichen Bedarfsgemeinschaft ab 18 Jahren; Volljährigkeit oder dieselbe Adresse allein genügt nicht.
- Stufe 4 — dieselben unter 18.
Unter 25 kann ein Umzug ohne erforderliche Zusicherung nach § 22 Abs.5 Unterkunft und Regelbedarf beeinflussen. Bei schweren gesetzlichen Gründen und wichtigem Hindernis beim Einholen bestehen bedingte Ausnahmen.
Mehrbedarfe im Bescheid prüfen
§ 21 regelt bedingte Mehrbedarfe. Der Antrag auf Lebensunterhalt umfasst diese grundsätzlich; nicht stets ein gesonderter Antrag, aber Angaben und Nachweise sind nötig.
- Schwangerschaft:17%nach der zwölften Woche bis zum Ende des Entbindungsmonats.
- Alleinerziehung:36%bei einem Kind unter 7 oder zwei bis drei Kindern unter 16;12%je Kind, wenn das mehr ergibt, höchstens 60%.
- Behinderung:35%für erwerbsfähige Berechtigte mit den bezeichneten Teilhabe-/Eingliederungsleistungen nach § 21 Abs.4 und dessen Ausschlüssen; Behinderung allein reicht nicht.
- Kostenaufwändige Ernährung — in angemessener Höhe.
- Schulrechtlich oder schulisch erforderliche Bücher und gleichstehende Arbeitshefte: Anschaffung/Ausleihe, nicht beliebige freiwillige Käufe.
- Dezentrales Warmwasser: Sätze nach Alter und Regelbedarf, wenn zentraler Bedarf nicht nach § 22 anerkannt ist; höhere Aufwendungen mit separatem Messnachweis.
Und die Obergrenze, genau gelesen: Die Summe der Mehrbedarfe nach den Absätzen 2 bis 5 darf den Regelbedarf nicht übersteigen — Schulbücher, Warmwasser und der unabweisbare besondere Bedarf stehen in späteren Absätzen und damit außerhalb dieser Grenze.
So prüfen Sie Ihren Bescheid
- Bestandteile vergleichen Regelbedarf, Unterkunft/Heizung und Mehrbedarfe mit Voraussetzungen und Belegen abgleichen. Ein fehlender Posten beweist allein keinen Fehler.
- Die Regelbedarfsstufe prüfenAlleinerziehende gehören in Stufe 1, nicht in Stufe 3.
- Jeden Mehrbedarf durchgehenSchwangerschaft, Alleinerziehung, Ernährung, Schulbücher, dezentrale Warmwassererzeugung.
- Sich nicht von der Obergrenze abhalten lassenSie gilt nur für die Absätze 2 bis 5.
- Vor Umzug Zusicherung und Ausnahmen prüfen Unter 25 vor Vertragsschluss einholen; schwere Gründe und ein wichtiges Hindernis beim Einholen gegebenenfalls belegen.
- Korrektur schriftlich und mit Fundstelle verlangenNennen Sie § 21 und den konkreten Absatz.
Haushaltsstrom im Regelbedarf; Heizung und zentrales Warmwasser nach § 22 soweit angemessen. Dezentrales Warmwasser nach § 21 Abs.7 unter dessen Voraussetzungen, ohne Doppelansatz.
Amtliche Quellen
Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Jede Entscheidung ergeht nach Prüfung des Einzelfalls, und die Beträge richten sich nach jährlich fortgeschriebenen Verordnungen — lesen Sie Ihren Bescheid und ziehen Sie eine Sozialberatungsstelle oder eine im Sozialrecht spezialisierte Kanzlei hinzu.
Häufige Fragen
Was deckt der Pauschalbetrag ab?
§ 20 nennt Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat und Haushaltsenergie — ohne die auf Heizung und Warmwassererzeugung entfallenden Anteile — sowie persönliche Bedürfnisse und die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in vertretbarem Umfang.
Wird die Miete daraus bezahlt?
Nein. Unterkunft und Heizung sind eine eigene Schicht nach § 22 und werden in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen anerkannt, soweit angemessen.
Darf das Amt die Verwendung vorschreiben?
Das Gesetz sieht die eigenverantwortliche Entscheidung der Leistungsberechtigten über die Verwendung vor.
Ich bin alleinerziehend — welche Stufe gilt?
Stufe 1 nach § 20 Abs. 2, zusätzlich der Mehrbedarf nach § 21.
Wie hoch ist der Mehrbedarf für Alleinerziehende?
36%bei einem Kind unter 7 oder zwei bis drei Kindern unter 16;12%je Kind, wenn das einen höheren Satz ergibt, höchstens 60%. Bei vier Kindern beispielsweise 48%, auch wenn ein Kind unter 7 ist.
Werden Schulbücher übernommen?
§ 21 Abs.6 a erfasst schulisch erforderliche Bücher und gleichstehende Hefte außerhalb der Obergrenze von Abs.2–5, nicht jeden Buchkauf.
Umzug unter 25 — was passiert?
Ohne erforderliche Zusicherung können Unterkunft und Regelbedarf betroffen sein. Bedingte Ausnahmen nach § 22 Abs.5 bei schweren Gründen und wichtigem Hindernis sind mitzuprüfen.
Quellen dieser Prüfung und Anwendung
Sachverhalt und Eingaben mit dem amtlichen Bescheid abgleichen. Nachweise behalten und Schätzung vom Anspruch trennen; Quellen können sich ändern.
