Witwen- und Witwerrente: Voraussetzungen, Betrag und Übergangsrecht

Elternteil und Kind mit Erinnerungsbild, Mappe und Sanduhr — Illustration

Erstellt nach unseren redaktionellen Grundsätzen.

Gezielte Prüfung von Voraussetzungen, Übergangsrecht und Beträgen am 13. Oktober 2026; keine Prüfung jedes Rentenfalls.

Kleine und große Witwen- oder Witwerrente unterscheiden sich bei Voraussetzungen und Berechnung. Die 24-Monats-Grenze und die einjährige Ehedauer haben wichtige Übergangsausnahmen; das erforderliche Alter hängt vom Todesjahr ab. Ehedauer oder Alter allein beweisen keinen Anspruch. Eine Statistik zu den häufigsten Ablehnungsgründen liegt dieser Seite nicht zugrunde.

Grundregeln und Ausnahmen nach § 46 und § 242a

Kleine Witwen-/Witwerrente
Für Hinterbliebene ohne erneute Heirat, wenn die allgemeine Wartezeit erfüllt ist: grundsätzlich fünf Jahre nach § 50. Sie gilt bei Rentenbezug des Verstorbenen bis zum Tod als erfüllt;§ 53 ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen eine vorzeitige Erfüllung. Nach neuem Recht höchstens 24 Kalendermonate nach dem Sterbemonat;§ 242a(1) enthält Ausnahmen.
Große Witwen-/Witwerrente
Neben den Grundvoraussetzungen muss ein Zugang vorliegen: Erziehung eines berücksichtigungsfähigen Kindes unter 18, Erwerbsminderung oder das nach Todesjahr erforderliche Alter. Bei Todesfall 2026 sind es 46 Jahre und 6 Monate, nicht allgemein 47; ab 2029 beträgt die Grenze 47 Jahre.
Die Ein-Jahres-Regel
Bei Eheschließung ab 1. Januar 2002 schließt eine Ehe unter einem Jahr den Anspruch grundsätzlich aus, außer besondere Umstände widerlegen die Vermutung einer überwiegenden oder alleinigen Versorgungsehe. Für vor 2002 geschlossene Ehen gilt diese Jahresgrenze nach § 242a(3) bei den übrigen Voraussetzungen nicht.
Rentensplitting
Kein Anspruch von dem Kalendermonat an, zu dessen Beginn das Rentensplitting durchgeführt ist; der Bewilligungsbescheid ist mit Wirkung ab diesem Zeitpunkt aufzuheben.
Nach erneuter Heirat
Nach Auflösung oder Nichtigerklärung der erneuten Ehe kann unter den weiteren Voraussetzungen des § 46(3) eine Rente nach dem vorletzten Ehegatten entstehen. Eine bloße Trennung genügt nicht; erforderlich sind Antrag und Prüfung, einschließlich möglicher Anrechnung nach § 90.

Kleine und große Rente: Dauer und Alter richten sich nach dem geltenden Recht

Nach neuem Recht ist die kleine Rente auf 24 Kalendermonate nach dem Sterbemonat begrenzt. Die Grenze entfällt, wenn der Ehegatte vor 1. Januar 2002 gestorben ist oder die Ehe vor diesem Tag geschlossen wurde und mindestens ein Ehegatte vor 2. Januar 1962 geboren ist (§ 242a(1)). Das beseitigt nicht die übrigen Voraussetzungen.

Die große Rente erfordert die Grundvoraussetzungen und einen der folgenden Zugänge. Bei Kindererziehung oder Erwerbsminderung kommt eine Befristung nach § 102 in Betracht; die Bezeichnung „groß“ bedeutet keine garantierte lebenslange Zahlung:

  1. Erziehung eines Kindes unter 18. Ein eigenes Kind oder eines des verstorbenen Ehegatten.
  2. Alter und Todesjahr prüfen.Bei Todesfall 2026:46 Jahre und 6 Monate;2027:46 Jahre und 8 Monate;2028:46 Jahre und 10 Monate; ab 2029:47 Jahre. Für ältere Todesfälle gilt die Tabelle in § 242a(5).
  3. Erwerbsminderung im Sinne des Rentenrechts.

Den Kindesbegriff erweitert das Gesetz deutlich: Berücksichtigt werden auch Stiefkinder und Pflegekinder, die in den Haushalt aufgenommen sind, sowie Enkel und Geschwister, die in den Haushalt aufgenommen sind oder überwiegend unterhalten werden.

Und es gibt eine ausdrückliche menschliche Erweiterung: Die in häuslicher Gemeinschaft ausgeübte Sorge für ein Kind, das wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten, steht der Erziehung auch nach dessen vollendetem 18. Lebensjahr gleich.

Die Ein-Jahres-Regel — und wie sie widerlegt wird

Die Jahresgrenze in § 46(2a) ist bei Ehen ab 2002 wichtig, aber kein Urteil über jede kurze Ehe. Prüfen Sie zuerst das Heiratsdatum und § 242a(3), dann gegebenenfalls die besonderen Umstände.

Greift die Jahresgrenze, können besondere Umstände die Vermutung widerlegen, dass die Versorgung alleiniger oder überwiegender Zweck der Heirat war. Ein einzelnes Beispiel verspricht keine Bewilligung.

Ein plötzlicher, unerwarteter Tod, etwa durch einen Unfall, kann die Widerlegung stützen. Eine plötzlich auftretende Krankheit oder eine lange Beziehung allein beweist den Anspruch nicht automatisch; der Träger bewertet Umstände und Nachweise.

Halten Sie fest, wann Heiratsentschluss und Erkrankung eintraten, und sammeln Sie angeforderte Nachweise über die Umstände vor dem Tod. Lassen Sie sich die Entscheidungsgründe erläutern; dies ist eine Vorbereitung, keine Anspruchsgarantie oder feste Rangfolge der Beweismittel.

Zwei Türen, die sich schließen: Rentensplitting und erneute Heirat

Rentensplitting. Absatz 2b ist eindeutig: Ein Anspruch besteht nicht von dem Kalendermonat an, zu dessen Beginn das Rentensplitting durchgeführt ist. Der Bewilligungsbescheid ist mit Wirkung von diesem Zeitpunkt an aufzuheben — und die üblichen Schutzvorschriften der §§ 24 und 48 SGB X sind nicht anzuwenden.

Rentensplitting und Hinterbliebenenrente schließen einander also aus. Wer das Splitting wählt, verschließt den anderen Weg.

Erneute Heirat. Sie beendet den Anspruch — Absatz 3 öffnet jedoch einen Rückweg: Überlebende Ehegatten, die wieder geheiratet haben, haben unter den übrigen Voraussetzungen Anspruch auf die kleine oder große Rente, wenn die erneute Ehe aufgelöst oder für nichtig erklärt ist. Das Gesetz nennt dies „Witwenrente oder Witwerrente nach dem vorletzten Ehegatten".

Die erneute Heirat beendet den bisherigen Anspruch; er ist nicht nur mit garantierter Rückkehr ruhend. Nach Auflösung der neuen Ehe kann auf Antrag ein Anspruch nach dem vorletzten Ehegatten bestehen. Rechte aus der letzten Ehe und gegebenenfalls Teile der Rentenabfindung werden nach § 90 berücksichtigt.

Hinweis: Die Orientierung betrifft die allgemeine gesetzliche Rentenversicherung; knappschaftliche oder private Leistungen können abweichen. Lassen Sie Ihren Fall vom Rentenversicherungsträger oder einer Sozialberatungsstelle prüfen. Die nachstehenden Einkommenswerte gelten für ihren genannten Zeitraum und sind keine jährlichen Migrations-Gehaltsschwellen.

Häufige Fragen

Wie lange läuft die kleine Rente?

Nach neuem Recht höchstens 24 Kalendermonate nach dem Sterbemonat. Die Grenze entfällt bei Tod vor 2002 oder Ehe vor 2002 mit mindestens einem vor 2. Januar 1962 geborenen Ehegatten; die übrigen Voraussetzungen bleiben bestehen.

Wie komme ich zur großen Rente?

Neben den Grundvoraussetzungen durch Erziehung eines berücksichtigungsfähigen Kindes, Erwerbsminderung oder das erforderliche Alter nach Todesjahr: bei Todesfall 2026 sind es 46 Jahre und 6 Monate, ab 2029 sind es 47 Jahre. Kindererziehung oder Erwerbsminderung können die Zahlungsdauer begrenzen.

Unsere Ehe dauerte kein Jahr — ist der Anspruch weg?

Nicht automatisch. Für vor 2002 geschlossene Ehen gilt die Jahresgrenze bei den übrigen Voraussetzungen nicht. Bei jüngeren Ehen können besondere Umstände, etwa ein unerwarteter Tod, die Versorgungsehe-Vermutung widerlegen; eine automatische Bewilligung folgt daraus nicht.

Zählen Enkel oder Stiefkinder?

Ja. Stiefkinder und Pflegekinder im Haushalt sowie Enkel und Geschwister, die im Haushalt leben oder überwiegend unterhalten werden.

Nach erneuter Heirat getrennt: kommt die Rente zurück?

Eine bloße Trennung genügt nicht. Nach Auflösung oder Nichtigerklärung der neuen Ehe kann die Rente nach dem vorletzten Ehegatten unter den übrigen Voraussetzungen beantragt werden. Anrechnungen nach § 90 sind möglich; die Zahlung kehrt nicht automatisch zurück.

Prozentsatz ist nicht gleich Banküberweisung

In der allgemeinen Rentenversicherung gilt nach den drei Monaten nach dem Sterbemonat: Rentenartfaktor 25% bei kleiner und 55% bei großer Rente (§ 67). Bei den Alt-Fällen in § 255 beträgt der Faktor der großen Rente 60%: Tod vor 2002 oder Ehe vor 2002 mit mindestens einem vor 2. Januar 1962 geborenen Ehegatten. Die Faktoren beziehen sich auf die Rentenberechnung, nicht auf den früheren Arbeitslohn. Kinderzuschläge, Abschläge und Kranken-/Pflegeversicherung können den Zahlbetrag beeinflussen.

Im Sterbevierteljahr, den drei Monaten nach dem Sterbemonat, gilt der Faktor 1,0; eigenes Einkommen wird nach § 97(1) nicht angerechnet. Vom 1. Juli 2026 bis 30. Juni 2027 beträgt der Einkommensfreibetrag 1122,53 Euro monatlich, mit 238,11 Euro Erhöhung je Kind nach § 97(2).40% des darüber liegenden anrechenbaren Einkommens mindern die Rente. Entscheidend ist nicht zwingend Ihr ausgezahltes Netto, sondern das gesetzlich pauschal ermittelte Einkommen je Einkommensart; bei Alt-Fällen unterscheiden sich auch die erfassten Einkommensarten.

Begrenztes Rechenbeispiel: Stellt der Träger 1500 Euro anrechenbares Einkommen fest, ohne Kindererhöhung und nach dem Sterbevierteljahr, liegt es 377,47 Euro über dem Freibetrag.40% ergeben rund 150,99 Euro Anrechnung.1500 Euro Bruttolohn dürfen nicht ungeprüft als dieses anrechenbare Einkommen eingesetzt werden.

Die nächsten Schritte nach dem Todesfall

  1. Heirats- und Sterbedatum sowie beide Geburtsdaten festhalten: Sie entscheiden über Übergangsrecht und Altersgrenze.
  2. Versicherungsnummer, Sterbe- und Ehenachweis sowie Einkommens- und Kinderangaben vorbereiten; je nach Fall kann der Träger weitere Unterlagen verlangen.
  3. Den amtlichen Antrag R0500 beginnen und den Versandnachweis sichern. Nach § 99(2) wird eine Hinterbliebenenrente nicht für mehr als zwölf Kalendermonate vor dem Antragsmonat gezahlt. Verspätung kann ältere Monate kosten, beendet aber nicht automatisch jeden späteren Anspruch.
  4. Wurde dem Verstorbenen im Sterbemonat eine Rente gezahlt, beginnt die Hinterbliebenenrente grundsätzlich im Folgemonat. War ihm im Sterbemonat keine Rente zu leisten, kommt nach § 99(2) der Todestag als Beginn infrage. Maßgeblich ist die Einzelfallentscheidung.

Dauerbeispiel: Bei Tod im Oktober 2026, neuem Recht und fortbestehenden Voraussetzungen umfasst die 24-Monats-Grenze der kleinen Rente November 2026 bis Oktober 2028. Der Antragszeitpunkt kann die rückwirkende Auszahlung begrenzen.

Weitere Fragen

Sind 1122,53 Euro eine Bruttolohn-Grenze?

Nein. Es ist der Freibetrag für das anrechenbare Einkommen vom 1. Juli 2026 bis 30. Juni 2027. Ein gesetzlich pauschaliertes Netto kann von Ihrem Bank-Netto abweichen. Die Kindererhöhung beträgt 238,11 Euro bei den Voraussetzungen des § 97(2); nach dem Sterbevierteljahr werden 40% des Überschusses angerechnet.

Ist nach zwölf Monaten jeder Anspruch verloren?

Nein. Der Antrag ist nötig;§ 99(2) begrenzt die Zahlung auf höchstens zwölf Kalendermonate vor dem Antragsmonat. Ältere Monate können verloren gehen, während spätere Monate bei erfüllten Voraussetzungen weiterhin infrage kommen.

Amtliche Quellen und Prüfungsumfang

Gezielte Quellenprüfung am 13. Oktober 2026; örtliche Hinweise gelten für die genannte Behörde. Keine vollständige Rechtsprüfung oder individuelle Entscheidung.