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Zuletzt am Gesetzestext geprüft: 24. Oktober 2026
Erreicht eine Pfändung Ihre Bank, ist das Konto blockiert, bevor Sie etwas tun konnten. Das Gesetz kennt genau einen Ausweg: das Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto. Entscheidend ist, was die meisten nicht wissen: die Bank muss umwandeln und darf es nicht ablehnen — selbst dann, wenn das Konto im Soll steht.
Was im Gesetz steht
- Rechtsgrundlage
- §§850k, 899, 900, 902, 903 ZPO.
- Anspruch
- §850k Absatz 1: jede natürliche Person kann jederzeit verlangen, dass ihr Zahlungskonto als P-Konto geführt wird — auch bei negativem Saldo.
- Einschränkung
- Ein P-Konto darf ausschließlich auf Guthabenbasis geführt werden.
- Die Frist
- §850k Absatz 2: ist das Guthaben bereits gepfändet, wirkt die Umwandlung ab Beginn des vierten auf das Verlangen folgenden Geschäftstages.
- Nur eines
- §850k Absatz 3: jede Person darf nur ein P-Konto unterhalten und muss dies der Bank versichern.
- Mehrere P-Konten
- Absatz 4: das Vollstreckungsgericht ordnet auf Gläubigerantrag an, welches bleibt — eine Anhörung des Schuldners unterbleibt.
- Grundfreibetrag
- §899 Absatz 1: der monatliche Freibetrag nach §850c, aufgerundet auf die nächsten vollen 10 Euro. Seit 1. Juli 2026 beträgt der Freibetrag nach §850c 1.587,40 Euro, der Grundfreibetrag auf dem P-Konto also 1.590 Euro monatlich ohne Unterhaltspflichten (Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026). Die Werte ändern sich jeweils zum 1. Juli.
- Übertrag
- §899 Absatz 2: nicht verbrauchtes geschütztes Guthaben bleibt in den drei folgenden Kalendermonaten unpfändbar.
- Moratorium
- §900 Absatz 1: die Bank darf erst nach Ablauf des auf die Gutschrift folgenden Kalendermonats an den Gläubiger leisten.
- Einwendungsfrist
- §899 Absatz 3: Einwendungen gegen die Höhe spätestens bis zum Ablauf des sechsten folgenden Kalendermonats.
- Rückumwandlung
- §850k Absatz 5: mit einer Frist von mindestens vier Geschäftstagen zum Monatsende.
Warum eine Absprache mit der Bank nichts hilft
Der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss geht nicht an Sie, sondern an die Bank. Danach ist die Bank dem Gläubiger gegenüber verpflichtet und nicht mehr frei. Deshalb hilft weder eine mündliche Absprache am Schalter noch der Wechsel auf ein zweites Konto — dieses wird gepfändet, sobald es bekannt ist. Nur die Umwandlung des Kontos selbst ändert die rechtliche Einordnung des Guthabens.
Die Erhöhungsbeträge gelten nicht automatisch
§902 nennt die Beträge, die zusätzlich unpfändbar sind: Unterhaltspflichten, Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch für Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz für Haushaltsangehörige und das Kindergeld — letzteres nur dann nicht, wenn wegen einer Unterhaltsforderung genau dieses Kindes gepfändet wird. Anerkannt werden sie aber erst mit einer Bescheinigung nach §903.
Wer die Bescheinigung ausstellen darf — und wie lange sie gilt
§903 Absatz 1 zählt auf: die Familienkasse, der Sozialleistungsträger oder eine mit der Gewährung befasste Einrichtung, der Arbeitgeber, oder eine geeignete Person oder Stelle im Sinne des §305 Absatz 1 Nummer 1 der Insolvenzordnung — also anerkannte Schuldnerberatungsstellen. Absatz 2: die Bank hat befristete Bescheinigungen für ihre Dauer zu beachten, unbefristete für zwei Jahre. Notieren Sie sich das Ablaufdatum.
Schritt für Schritt
- Schriftlich und mit dem richtigen Namen verlangenVerlangen Sie ausdrücklich die Führung als Pfändungsschutzkonto nach §850k ZPO. Das schriftliche Verlangen setzt die Frist in Gang, ein Gespräch am Schalter nicht.
- Den vierten Geschäftstag ausrechnenIst bereits gepfändet, wirkt die Umwandlung erst ab Beginn des vierten folgenden Geschäftstages. Jeder Tag Verzögerung verschiebt den Schutz um einen vollen Tag.
- Versichern, dass Sie kein weiteres P-Konto haben§850k Absatz 3 verlangt diese Versicherung. Wer mehrere unterhält, riskiert eine Anordnung des Vollstreckungsgerichts — und die ergeht ohne Anhörung.
- Bescheinigungen für die Erhöhungsbeträge besorgenDer Grundfreibetrag gilt automatisch, die Beträge nach §902 nicht. Zuständig sind nach §903 Familienkasse, Sozialleistungsträger, Arbeitgeber oder eine anerkannte Schuldnerberatung.
- Innerhalb von sechs Monaten widersprechenHalten Sie den berechneten Freibetrag für falsch, müssen Sie das der Bank bis zum Ablauf des sechsten folgenden Kalendermonats mitteilen (§899 Absatz 3).
Häufige Fragen
Darf die Bank die Umwandlung in ein P-Konto ablehnen?
Nein. Nach §850k Absatz 1 ZPO kann eine natürliche Person jederzeit verlangen, dass ein bei der Bank geführtes Zahlungskonto als Pfändungsschutzkonto geführt wird; das gilt ausdrücklich auch, wenn das Konto im Zeitpunkt des Verlangens einen negativen Saldo aufweist. Die einzige Einschränkung: ein P-Konto wird ausschließlich auf Guthabenbasis geführt.
Ab wann wirkt der Schutz, wenn schon gepfändet wurde?
Ab Beginn des vierten auf das Verlangen folgenden Geschäftstages, so §850k Absatz 2. Rückwirkend auf bereits gepfändetes Guthaben wirkt die Umwandlung nicht — deshalb sollte das Verlangen am Tag der Kenntnis gestellt werden.
Wie hoch ist der geschützte Betrag?
Wir nennen hier bewusst keine Zahl, weil sie sich periodisch ändert. §899 Absatz 1 verweist auf den monatlichen Freibetrag nach §850c, aufgerundet auf die nächsten vollen 10 Euro; §850c Absatz 4 schreibt die regelmäßige Anpassung und deren amtliche Bekanntmachung vor. Der aktuelle Wert steht in der Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung.
Was passiert mit nicht verbrauchtem Guthaben?
Es bleibt geschützt. Nach §899 Absatz 2 wird nicht verbrauchtes geschütztes Guthaben in den drei folgenden Kalendermonaten zusätzlich nicht von der Pfändung erfasst; Verfügungen werden mit dem zuerst gutgeschriebenen Guthaben verrechnet.
Zählt Kindergeld zu den geschützten Beträgen?
Ja. §902 Satz 1 Nummer 5 nennt das Kindergeld nach dem Einkommensteuergesetz und andere gesetzliche Geldleistungen für Kinder als Erhöhungsbetrag. Ausgenommen ist nur der Fall, dass wegen einer Unterhaltsforderung genau des Kindes gepfändet wird, für das die Leistung gewährt wird.
Wie komme ich wieder zu einem normalen Girokonto?
§850k Absatz 5: der Kontoinhaber kann mit einer Frist von mindestens vier Geschäftstagen zum Monatsende verlangen, dass das Konto wieder als Zahlungskonto ohne Pfändungsschutz geführt wird. Eine sofortige Umstellung sieht das Gesetz nicht vor.
